Klausenverein Immenstadt e.V.

Funkenfeuer

Allgemein besteht in unserer Gegend die Meinung das der Funken ein Allgäuer oder zumindest Süddeutscher Brauch ist. Bei meinen Recherchen mußte ich mich dann doch eines Besseren belehren lassen.

Funkenfeuer sind weit verbreitet und selbst in Belgien Österreich, Schweiz Italien/Südtirol, Slowenien und sogar in Norddeutschland wird dieses Brauchtum in ähnlicher Form gepflegt. In der Schweiz und in Österreich ist auch das Funken- oder Scheibenschlagen und das abbrennen von Lichterstangen verbreitet.

Der Funkensonntag gliedert sich in das Kirchenjahr ein, indem er traditionell am ersten Fastensonntag stattfindet. Doch geht auch dieser Brauch wie viele andere auf vorchristliche Zeiten zurück. Das sagen uns die Volkskundler. 

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für die Gründe und die Entstehung der Funkenfeuer. Auf die beiden folgenden Ansätze wird in der Literatur am meisten eingegangen: 

Der erste Ansatz geht davon aus, dass die Feuer zu einem uralten Feuer- und Fruchtbarkeitskult gehören. Wobei das Feuer die Kraft und die Lebensenergie der Sonne verkörpert, ohne die kein Leben existieren kann. Man hoffte auf ein fruchtbares Jahr und bat darum, dass die Früchte gedeien. 

Der zweite Ansatz besagt, dass mit den Feuern der Winter ein Ende finden soll, ja sogar vertrieben wird. Ãhnlich wie im Oberbayrischen der Schnee beim Aperschnalzen weggeknallt wird. Die Feuer sind ein Freudenzeichen für den bald beginnenden Frühling und dienen zugleich dem Austreiben des Winters. Symbolisch wird dieser in Form einer Hexe, die traditonell einen Namen trägt, im Feuer verbrannt. 

Mit Sicherheit hat jede dieser Erklärungen ihre berechtigung und beinhaltet ein Stück Warheit. Zudem es meiner Meinung nach im gelebten Brauchtum gar kein falsch oder richtig geben kann sondern nur von Funken zu Funken eine etwas andere Sichtweise. 

Wobei heutzutage diese Gründe sicherlich in den Hintergrund getretten sind. Es ist wohl eher das Beisammensein. Das Zusammenkommen und gemeinsam etwas erleben was die Menschen in der heutigen Zeit zu den Funkenfeuern kommen lässt.

Holz einsammeln

Nach Drei König beginnt das Funkenholzsammeln. Zumeist werden hierfür die dürren Christbäume verwendet aber auch Paletten und Stammholz, das gut abgedeckt und trocken gelagert wird. Oftmals werden später nochmals Christbäume gesammelt den in früherer Zeit ging die Weihnachtszeit bis Lichtmess und erst dann wurde der Putz vom Baum genommen und dieser aus der Stube verbannt. 

Aufschichten des Funken

Das Holz wird zum Funkenplatz gebracht und dort zu einem möglichst großen Haufen aufgeschichtet. In der Mitte des Funken wird die Funkenstange gestellt. An der Spitze der Stange wird die Funkenhexe angebracht. Erstmalig wurde in Immenstadt 2006 einen gestrickter Funken aufgebaut; d.h. der Funken wird mit Stammholz, ähnlich wie bei einem Blockhaus, aufgeschichtet und das innere mit den trockenen Christbäumen gefüllt.

Abbrennen

Am Funkensonntag wird sobald der Abend einbricht der Funken entzündet. Schon vor dem Entzünden sammeln sich meist schon die großen und kleinen Besucher am Funkenplatz. In Immenstadt ist dieser seit Jahren auf dem Parkplatz der Mittagschwebebahn. Die meisten Funkenfeuer werden zwischen 19:00 Uhr und 20:00 Uhr entzündet. 

Da die Funkenplätze meist an recht exponierten und erhöhten stellen liegen sieht man rundherum in allen Nachbarorten die Funken brennen und die Feuer durch die Nacht leuchten. Spannend warten alle versammelten darauf das endlich die Funkenhexe als Sinnbild für den Winter Feuer fängt und abbrennt.

Funken kulinarisch

Am Funkensonntag gibt es dann auch die in heißem Fett herausgebackenen süßen Funkenküchle, die es nur an diesem Tag gibt und die sich wunderbar mit Glühwein kombinieren lassen.